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Museumshafen & Museumswerft

Tjalke, Ewer, Ketsch & Schoner im größten Museumshafen Deutschlands

Der Greifswalder Museumshafen ist mit seinen mehr als 50 Schiffen der größte Museumshafen Deutschlands. Historische Schoner, Schlepper und Barkassen säumen den Fluss „Ryck“ zu beiden Seiten und erinnern an die Blütezeit der Segelschifffahrt Mitte des 19. Jahrhunderts. Hinweistafeln vor den Schiffen informieren über Schiffstyp, Baujahr und Geschichte. Einige der Schiffe gehen noch auf Fahrt und nehmen Gäste für einen Segeltörn mit an Bord, andere wurden zu Restaurantschiffen umgebaut. Bei schönem Wetter ist der Hafen ein vielbesuchter Hot-Spot und der perfekte Ort für ein leckeres Essen, einen gemütlichen Spaziergang oder zum Beobachten des Sonnenuntergangs.

Der Greifswalder Hafen zu Zeiten der Hanse

Seit 1310 gehört Greifswald zum Bündnis der Hansestädte, das sich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert zur Förderung des Fernhandels im Nord- und Ostseeraum zusammenschloss. Mit seinem Stadthafen war Greifswald ein beliebter Umschlagsplatz für den Handel mit Skandinavien und dem Nordwesten des russischen Reiches. Aber auch Handelsbeziehungen mit Flandern und England sind belegt. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts blieben die Aktivitäten der deutschen Hanse bestehen. Erst im Jahre 1644, im Zuge des Westfälischen Friedens, sagten sich die pommerschen Hansestädte von der Hanse los.

Die letzte Blüte der Segelschifffahrt

Unter der Herrschaft von Schweden litt die Greifswalder Schifffahrt stark und konnte sich erst wieder gegen Ende des 18. Jahrhunderts erholen. Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Greifswald einen wirtschaftlichen Aufschwung, der zur letzten Blütezeit der Segelschifffahrt und des Schiffbaus in der Stadt führte. Das Fahrwasser des Rycks wurde ausgebaggert und somit erweitert. Da die Stadtmauer an der Südseite des Hafens abgerissen wurde, bot sich mehr Platz für den Umschlag und die Lagerung von Waren für den Schiffhandel. Zu dieser Zeit besaß die Greifswalder Handelsflotte circa 50 Seeschiffe, die unter Anderem ins Schwarze Meer, nach Amerika, Ostindien oder China fuhren.

Gastschifffahrt und Bäderbetrieb

Passagiere, die von der Greifswalder Altstadt nach Eldena oder Wieck wollten, wurden vor 1870 noch mit sogenannten „Treckschuten“ transportiert. Das waren flache, von Pferden gezogene Schiffe. Ab 1870 jedoch wurden diese von kleinen Dampfern abgelöst. Durch das Aufblühen des Bäderwesens im 19. Jahrhundert erhielt auch die Fahrgastschifffahrt in Greifswald einen Aufschwung. Ausflugs- und Salondampfer brachten die zahlreichen Badegäste nach Wieck und Eldena, auf den Greifswalder Bodden, nach Lubmin und zu den Seebädern an der Südostküste Rügens. Gäste, die mit der Eisenbahn aus Berlin kamen, konnten mit einer Hafenbahn direkt zur Dampferanlegestelle fahren. Die Kesselersche Maschinenfabrik in der Mühlenvorstadt baute in den letzten 40 Jahren des 19. Jahrhunderts über 30 Fluss- und Küstendampfer für die Greifswalder und andere Reedereien.

Vom hanseatischen Seehafen zum historischen Museumshafen

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war Greifswald wirtschaftlich nicht mehr so stark und Bedingungen wie das flache Fahrwasser ließen den Greifswalder Hafen nicht mehr mit dem internationalen Handel mithalten. So erfolgte der Wandel zum Binnenhafen- hauptsächlich für kleinere Frachtschiffe mit Küstenverkehr. Als 1960 der Rostocker Überseehafen in Betrieb genommen wurde, kam dem Greifswalder Hafen die wichtige Aufgabe zu, Güter, die mit der Eisenbahn aus Rostock kamen, auf Binnenschiffe umzuschlagen und weiter zu transportieren. Als der Industriehafen nach dem Mauerfall 1991 nach Ladebow verlegt wurde, übergab die Stadt Greifswald ihren Hafen an den Museumsverein.

Historischer Holzschiffbau in der Museumswerft

Die letzte historische Werft Greifswalds befindet sich etwas versteckt auf der nördlichen Seite des Rycks und wurde 2001 als Selbsthilfewerft für Eigentümer historischer Schiffe gegründet. Sie hat als einzige den Niedergang der Segelschifffahrt überlebt. Seit 1911 existiert die Holzbootwerft von Bootsbauer Richard Buchholz. Sie profitierte nach dem 2. Weltkrieg besonders vom Neuaufbau der deutschen Fischwirtschaft. Bis zum Mauerfall wurden hier vor Allem Fischkutter repariert. Seit 2001 kümmert sich der Förderverein um den Erhalt dieses kulturhistorischen Denkmals und baute die Werft zu einer Museums- und Kulturwerft aus. Die alten Werfthallen und Schuppen sind ein beliebter Treffpunkt passionierter Bootsbauer und Segler. Die Besucher können dem kleinen Rundgang über das Gelände folgen und dabei einen Einblick in die Arbeit der Holzbootsbauer bekommen.

Treideln – damals und heute

Da die Westwinde ungünstige Bedingungen für auslaufende Schiffe darstellten, war es nicht möglich mit eigener Segelkraft zu fahren und durch das flache Fahrwasser konnte die Fracht meist erst im Fischerdorf Wieck geladen werden. Deshalb wurde auf der Südseite des Rycks ein Pfad angelegt, der dem „Trecken“ oder „Treideln“ der Schiffe dienen sollte. Von diesem Pfad aus wurden die Schiffe durch Pferde oder Menschenkraft gezogen. Diese Methode wurde noch bis ins 20. Jahrhundert praktiziert, da die Motorisierung der Schifffahrt in Greifswald noch nicht weit genug vorangeschritten war. Es gab sogar für das Treideln eigene Gesetzte und Polizeiverordnungen.

Noch heute findet jährlich zum maritimen Saisonauftakt im April das „Antreideln“ statt. Zahlreiche Schaulustige bewundern das bunte Treiben, bei dem die “Weiße Düne” durch Menschenkraft den fast fünf Kilometer langen Weg bis nach Wieck gezogen wird.

Headerfoto: Museumshafen & Museumswerft © Wally Pruß